Luxor - Widderallee beim Luxor Tempel


Luxor - Sehenswertes / Wissenswertes

Luxor - SonnenuntergangLuxor ist der Hauptort des klassischen Ägypten-Tourismus in Oberägypten. Hier beginnen, stoppen bzw. enden viele Nilkreuzfahrten, zahlreiche Ausflügler vom Roten Meer kommen im Konvoi (aus Sicherheitsgründen) vom Roten Meer, um in einem Tag Tempel und Grabstätten zu besichtigen.

Ein Besuch, der eine eingehende Beschäftigung erlaubt benötigt jedoch mindestens 2-3 Tage Zeit. Hauptattraktionen sind der riesigen Karnak-Tempelkomplex, Luxortempel, das Luxormuseum und natürlich Theben-West. Wenn möglich sollte man auch einen Ausflug nach Abydos und Dendera (nur mit Konvoi) und/oder Edfu und Kom Ombo einplanen.

Die Besichtigungen gehen auch hier - wie im Rest Ägyptens - ordentlich ins Geld, die Eintrittspreise haben beinahe “abschreckenden” Charakter, was aber letztlich sinnvoll ist: über 10000 BesucherLuxor - Apotheke pro Tag im Tal der Könige führen dazu, daß in wenigen Jahren von den Schätzen nicht mehr viel erhalten sein dürfte. Im Tal der Könige erwirbt man (Stand Feb 02) mit dem Ticket das Recht, drei beliebige geöffnete Gräber zu besichtigen. Das Grab Tut-Ench-Amuns kostet extra - und ist sehr teuer (ich meine ca. 20 Euro). Alle Tickets müssen am Verkaufsschalter nahe der Memnon-Kolosse gekauft werden. Die Eintrittskarten zum Graf der Nefertari im Tal der Königinnen sind kurz nach 6 Uhr morgens innerhalb kurzer Zeit ausverkauft (um 8 h gabs schon längst keine mehr).

Luxor besitzt eine schöne Strandpromenande entlang derer die Kreuzfahrschiffe liegen. Eine Tasse Tee um 5 Uhr abends auf der Terasse des Winter Palace Hotels hat Stil. Internet Cafe´s gibt es in der Nähe des New Winter Palace Hotels (direkt neben dem supergut sortierten touristischen Buchladen und in dem modernen Shopping Center der Nilterasse) - hier kann man für sehr wenig Geld mit guter Anbindung surfen und Emails verschicken.
 

Luxor Tempel

Luxor Tempel - Erster Pylon mit ObeliskUnter Amenophis III. (18. Dynastie, etwa 1400 v. Chr) entsteht südlich von Karnak ein weiterer großer Tempel zu Ehren der thebanischen Göttertrinität Amun, Mut und Chons: der Luxor Tempel. Genau wir Karnak wird er über Generationen im Neuen Reich erweitert, beinahe jede Baugeneration übertrifft die vorherige in ihren Ausmaßen. Auch hier übertrumpft Ramses II. mit einem riesigen ersten Pylon seine Vorgänger: 65 m breit und - wie immer - geschmückt mit den üblichen Szenen aus der Schlacht von Kadesh: Ramses prescht im Streitwagen in die Mitte seiner Feinde und vernichtet sie oder schlägt sie in die Flucht.

Vor dem Pylon steht noch einer der beiden großen Obelisken, der andere wurde 1836 als Geschenk nach Frankreich gebracht und befindet sich seitdem auf der Place de la Concorde in Paris. Von den sechs großen Pharaonenstatuen Ramses II. vor dem Pylon ist nur noch eine stehende und zwei sitzende Figuren erhalten.

Luxor Tempel mit Moschee Abu al HaggagIm 19. Jhd. wurde auf dem wohl ziemlich vergessenen Ruinenfeld des Luxor-Tempels die Moschee des Abu al Haggag erbaut. Dieser “Heilige” wird auch heute noch sehr verehrt. Grabungen sind somit aus religiösen Gründen unter diesem Teil bis heute kaum möglich. Auf dem Foto rechts ist übrigens zu sehen, bis zu welcher Höhe der Luxortempel damals verschüttet war, die erkennbare Tür lag auf diesem Niveau.

So ragt heute die Moschee in den Kolonnadenhof Ramses II. hinein und nimmt fast ein Viertel seiner Grundfläche ein. Interessant hier die Kapelle von Hatschepsut, sie war der thebanischen Göttertrias Amun, Mut und Chons geweiht.

An der Südwestwand des zweiten Pylons findet man ein interessantes Relief: es zeigt einen flaggengeschmückten Pylon und beweist somit, daß in den typischen Vertiefungen, die noch heute zu sehen sind, Fahnenmasten standen. Auch auf dem obigen Bild vom ersten Pylon von Luxor sind diese Einkerbungen deutlich zu sehen.

Nach dem zweiten Pylon betritt man einen mächtigen Säulengang, den schon Amenophis vor dem eigentlichen damaligen Tempel errichten ließ. Die Architrave lagern noch heute auf den fast 16 m hohen Papyrussäulen. An seinem Eingang befinden sich mehrere mächtige sitzende Statuen Ramses II. An der westlichen Außenwand sieht man ein ebenfalls sehr wichtiges Relief: es Luxor Tempel - Säulengang mit Sitzfiguren Rames II.zeigt, wie am Opetfest die Götter des Tempels von Karnak in ihren Barken auf dem Nil nach Luxor fahren. Sie besuchen die dortigen Götter und reisen einige Tage später wieder zurück. Die ganze Szene ist belebt durch jubelndes Volk, zu dem neben den Priestern auch Tänzerinnen und Musikanten, aber auch negroide Menschen (Besucher, Sklaven?) zu sehen sind.

Von hier aus betritt man den zweiten Hof, der  ebenfalls zweireihig mit Säulen umgeben ist. Er öffnet sich zu der Vorhalle des eigentlichen Tempels, dessen Decke von 4x8 Papyrusbündelsäulen getragen wurde. Von der Vorhalle kommt man in den Vorsaal :-), der in römischer Zeit unter Diocletian zu einem römischen Tempel umgebaut wurde. Die ursprünglich acht Säulen wurden dabei entfernt. Luxor Tempel Säulengang mit Statue Ramses II.Nur noch durch einen kleinen Saal und man steht nun endlich im Allerheiligsten des Tempels, dessen heutige Form auf Alexander den Großen (!) zurückgeht. Er scheute nicht davor zurück, zur Legitimierung seiner Herrschaft die Bilder der alten Ägypter zu verwenden: Alexander wird dargestellt bei kultischen Handlungen und wird schließlich durch Amun gekrönt. Die Seitenwände sind mit Opferriten bedeckt.

Nicht verpassen darf der Bildunghungrige nun noch ein wichtiges Relief, daß sich im sogenannten Geburtsraum östlich des Allerheiligsten befindet. Dieses Relief zeigt die Schöpfung zweier Knaben (Amenophis und seines Ka - seiner Seele) auf einer Töpferscheibe. Gott Thot kündigt in der mittleren Reihe der Mutter Amenophis, Mutemweje die Geburt eines Sohnes an. Mutemweje gebiert Amenophis und Amun nimmt den Knaben in den Arm. Sofort erkennt man die Herkunft der christlichen Weihnachtsgeschichte aus diesem altägyptischen Legendenmaterial. Hans-Günther Semsek schreibt in seinem Dumont-Kunstreiseführer: “Gott Amun hat die Königin ausgewählt, seinen Sohn zu gebären. Er schickt Thot zu ihr und läßt ihr die frohe Botschaft überbringen. Chnum formt derweil das Ebenbild des Gottes auf der Töpferscheibe. Unter dem Schutz der Götter kommt das Kind zur Welt, wird von Ammen gestillt und dem Schöpfer präsentiert, der den Knaben als Sohn anerkennt und zum König krönt. Hier liegt der Kern der göttlichen Natur des Pharao”.

 

Luxor Museum

Luxor Museum - Kuhkopf der Göttin Hathor aus dem Grab von Tutanchamun

Luxor Museum - Sobek mit Amenophis III., von Ramses II usurpiert

Luxor Museum - Tuthmosis III. aus der Cachette von Karnak

Direkt an der Corniche, der Uferpromenade von Luxor liegt eines der interessantesten Museen Ägyptens: das Luxor Museum. Im Gegensatz zum “Magazin” Ägyptisches Museum sind hier herausragende Einzelstücke hervorragend präsentiert; sie stammen ausschließlich aus Theben und Umgebung.

Da auch hier nicht alle Objekte numeriert sind, empfiehlt sich der Kauf eines auch in deutsch erhältlichen kleinen Kurzführers.
 

Karnak Tempel

Karnak ist die mit Abstand größte Tempelanlage Ägyptens. Ihre Baugeschichte beginnt im Mittleren Reich der 11. Dynastie und reicht bis weit in die römische Zeit hinein. Insbesondere die Monumentalbauwerke des Neuen Reiches, errichtet unter den Tutmosiden und Ramessiden, sind alleine eine Reise nach Ägypten wert.

Karnak Tempel - Erster Pylon mit SphingenalleeDie Anlage erschließt sich dem Besucher - ähnlich wie der Luxor Tempel - in zeitlich verkehrter Reihenfolge. Die ältesten Bauteile liegen ganz am Ende der über 500 m langen Abfolge von Pylonen und Säulenhöfen. Jeder Pharao versuchte nun, seinen Vorgänger mit seinen Erweiterungen zu übertreffen - bis schließlich die Pharaonen der 30. Dynastie offensichtich die Insolvenz ereilte: der erste Pylon mit einer Breite von 113 m und einer Höhe von 44 m ist nicht mehr fertiggestellt worden.

Vor diesem Pylon noch liegt eine kleine Sphinx-Allee - eine von mehreren.  Auf dem Bild links ist im Frühdunst ebenfalls noch der Obelisk von Sethos II. zu sehen.

Hinter dem ersten Pylon kommt man in den ersten Großen Vorhof, in dessen Mitte ich das im Abschnitt “Interaktive Panoramabilder” ganz unten zu sehende 360 Grad Panoramabild aufgenommen habe. Karnak Tempel Luxor - Säule des Taharqa im Großen VorhofZu sehen ist dort die Rückseite des ersten Pylons, auf der linken Seite (Süden) sind noch Reste der aus ungebrannten Ziegeln errichteten Baugerüste zu sehen, die nicht abgetragen wurden.

Zwei Tempel - jeweils der thebanischen Göttertrias Amun, Chons und Mut geweiht - sind Teil des Großen Vorhofs: eine kleine “Barkenstation” Sethos II. und ein etwas größerer Tempel Ramses III. (im Panoramabild ist nur der Eingang mit den beiden Statuen von Ramses erkennbar). Die rechts von diesem Eingang befindlichen Sphinxfiguren waren Teil der ursprünglichen Sphinxallee, wurden beim Bau des ersten Pylons entfernt und dort (?) abgestellt.

Karnak Tempel - Erster Pylon mit SphingenalleeIn der Mitte des Großen Vorhofes zwischen erstem und zweitem Pylon standen insgesamt 10 Säulen, die nach ihrem Erbauer - Pharao Taharqa - benannt sind. Nur eine dieser 21 m hohen Säulen ist stehen geblieben (siehe Bild rechts). Im Panorambild des Großen Vorhofes ist hinter dieser Säule (man sieht jedoch nur den Stumpf) noch die große Statue des Pinodjem zu sehen.

Durch die Reste des zweiten Pylons gelangt man nun in den Großen Säulensaal von Karnak, “der wohl an Großartigkeit nirgends in der Welt übertroffen wird” (Emma Brunner-Traut). Es handelt sich hier um einen Säulenwald von 134 Säulen in 16 Reihen, sie nehmen die Grundfläche des Kölner Domes ein. Die Säulen und Wände sind mit Hieroglyphen verziert. Die Außenwände zeigen die typischen Schlachtszenen - diesmal die Siege von Sethos I. und natürlich (auf der südlichen Außenwand) den Sieg Ramses II. über seine palästinensischen Nachbarn. Dort ist auch (angeblich) eine Inschrift zu finden, die einen biblisch bezeugten Feldzug von Scheschonk I. gegen Rehabeam von Juda, den Sohn Salomons beschreibt.

Karnak Tempel Luxor - Obelisk der HatschepsutDurch den dritten - praktisch verfallenen - Pylon von Amenophis III. kommt man nun durch einen Mittelhof in ein unübersichtliches Areal. Hinter dem vierten Pylon von Thutmosis I. erkennt man noch sehr leicht einen von ursprünglich zwei Obelisken der Hatschepsut, die ihr Nachfolger Thutmosis III. einmauern ließ.

Schließlich gelangt man in das Allerheiligste des Tempels, in dem die heilige Barke mit dem Götterbild stand (rechts im Bild der Blick zurück). Durch ein Trümmerfeld kommt man abschließend noch in einen für botanisch interessierte Besucher lohnenswerten Teil: den “Botanischen Garten”. Auf den Wänden - nur noch halbhohe Reste sind vorhanden - finden sich Darstellungen von Pflanzen und auch Tieren, die Thutmosis III. von seinen Zügen aus Syrien mit nach Ägypten gebracht hat. Die Darstellungen haben teilweise regelrecht naturwissenschaftliches Format: Samenkapseln, Blüten und Blätter sind detailliert dargestellt.Karnak Tempel - Erster Pylon mit Sphingenallee

Neben dieser hier beschriebenen Tempelhauptachse können noch die anderen Areals des Tempelbezirkes besichtigt werden: ein kleines Freilichtmuseum nördlich des ersten Vorhofes, die südlichen Anlagen des Amuntempels mit heiligem See und dem siebten bis zehnten Pylon. Einzelne Teile dieses Areals sind jedoch Stand Februar 2002 für die Besichtigung gesperrt. Die sich diesen Pylonen anschließende Sphingenallee führte einst bis zum Luxortempel.

 

 

Mumifizierungsmuseum Luxor

An der Corniche, ganz in der Nähe des Luxor Tempels befindet sich das Mumifizierungsmuseum. Es enthält einige interessante Informationen und Exponate zur Mumifizierung....

Meine Formulierung läßt vielleicht schon ahnen, daß da etwas nicht stimmt: korrekt. In vielen archäologischen Stätten ist das Fotografieren mittlerweile nicht mehr kostenlos möglich. Der typische Preis einer Fotoerlaubnis für private Zwecke liegt (Stand Februar 2002) bei etwa 2,50 Euro. OK, habe ich überall gerne gezahlt. Das Videofilmen dagegen ist teilweise unverschämt teuer: ca. 25 Euro (!!) ist eher die Regel als die Ausnahme.  Nun fängt aber mittlerweile offensichtlich zumindest in den Touristenhochburgen wie Luxor die Diskussion an: ist eine Digitalkamera ein Fotoapparat oder eher eine Videokamera. Im Mumifizierungsmuseum war dann bereits am Eingang klargestellt: Videokamera und Digitalkamera kosten gleich viel und das Personal gab keinen Millimeter nach (ist ja auch korrekt). Ich denke, da werden es sich die Ägypter noch mit vielen Gästen ziemlich verderben, die sich ihre eigenen Fotos von einer Reise mitbringen möchten....

 

Interaktive Panoramabilder


Panoramaaufnahme vom Karnaktempel

zum Panorama: Luxor - Karnak Tempel

 

Weiterführendes


- Stadtplan von Luxor
Maat-ka-ra -
Luxor Tempel (tiefer Link): wissenschaftliche Website über Hatschepsut (Startseite)
 

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